New York „Erste Hilfe“ – Anreise, Unterkunft und Verkehrsmittel

On the avenue, there ain’t never a curfew, ladies work so hard.
Such a melting pot, On the corner selling rock, preachers pray to God.
Hail a gypsee cab, takes me down to Harlem to the Brooklynn Bridge.
Someone sleeps tonight with a hunger for more than an empty fridge.

Diese und andere, ähnlich klischeehafte Songzeilen gingen mir durch den Kopf, bevor ich letztes Jahr im Mai zum ersten Mal nach New York flog. Bis dahin war ich schon etwas herumgekommen, kein Teenie mehr und auch die USA waren mir nicht unbekannt. Dennoch spürte ich innerlich eine besondere Form der Vorfreude. Würde die Stadt ihrem Ruf gerecht werden? New York City repräsentiert für mich schon seit jüngster Kindheit den Inbegriff einer Großstadt. Das kann aufregend sein – aber auch bedrohlich. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich schon orientierungslos mitten auf dem Times Square, umringt von hupenden Taxis, blinkenden Leuchtreklamen und drängenden, hastenden Menschen. Überall Menschen. Frauen und Männer im Businesslook, die  auf dem Weg ins Büro ungeduldig die Ellbogen ausfahren, um unnütze Touris wie meinesgleichen skrupellos aufzuspießen. Konträr dazu wuchs die Vorfreude auf duftende Hot Dogs, den Sound vom amerikanischen Kaugummi-Englisch und dem lang ersehnten Blick auf die Freiheitsstatue.

Besondere Sorge bereitete mir die Tatsache, das mein mobiles Navigationssystem (ihr kennt es unter dem Namen Burri) bei diesem Urlaub ausfallen würde: Ich trat die Reise nicht mit ihm, sondern mit meiner Mutter an! Versteht mich nicht falsch: Ich hab meine Mama lieb und erinner mich auch ein Jahr später immer noch gern an die gemeinsamen Erlebnisse, aber bei den Olympischen Spielen in der Kategorie „Orientierung“ würde sie genau so wenig Medaillen abstauben wie ich. Heute möchte ich euch auf den Beginn dieser Reise mitnehmen und berichten, ob „The City that never sleeps“ wirklich so überwältigend ist, wie es uns die moderne Popkultur weismachen will. In den nächsten Tagen folgen dann Ausflugstipps!

Brooklyn Bridge

Der Flug

Unseren Flug nach New York haben wir schon Monate vor der Abreise gebucht für ca. 500 € pro Person. Der Preis ist für die Zeit in Ordnung (Mai scheint generell ein günstigerer Reisezeitraum für New York zu sein als zum Beispiel Juli oder August). Kurzfristigere Buchungen haben oft höhere Preise zufolge – früh buchen lohnt sich also! Für den Flug war es uns wichtig, Nonstop zu fliegen. Insgesamt hat der Flug 8 Stunden gedauert. In der Holzklasse macht das zwar definitiv keinen Spaß, aber das Unterhaltungsprogramm der Airlines ist mittlerweile so ausgebaut, dass auch diese Zeit halbwegs erträglich vergeht.

New York Times

Die Verkehrsmittel

Am Flughafen von New York angekommen, entschieden wir uns zunächst für ein Taxi, um zu unserer Unterkunft zu gelangen. Das lag vor allem an unserer Erschöpfung nach der langen Reise. Aber seien wir ehrlich, wer möchte nicht  eh lieber mit einem der typisch-gelben Cabs in die Stadt fahren als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln? Ich sah mich schon gedankenversunken, von einer riesigen Sonnenbrille geschützt und irgendwie cool-gleichgültig im Wagen sitzen, die Brooklyn Bridge im Hintergrund meines zum Fenster gewandten Gesichts. Na gut, ganz so dramatisch war es nicht. Eigentlich überhaupt nicht. Im Gegenteil, ich war viel zu nervös und vom Kofferschleppen zu verschwitzt, um cool zu tun. So stiegen wir also nach einer kurzen Wartezeit ins Auto und ließen uns durch New Yorks Peripherie kutschieren. Schon hier erlebten wir unsere erste multikulturelle New York-Begegnung (es sollten noch viele dieser Art folgen). Der Taxifahrer, ein gemütlicher Mann mittleren Alters und indischer Abstammung, lauschte unserer deutschen Unterhaltung eine Weile, bis er plötzlich meinte: „Oh, u’re from Germany? I’ve been there for a few years!“ und uns fröhlich die Namen der entlegensten, deutschen Dörfer und Lebensmittel nannte. Ich war glücklich! Genau so unerwartet und irgendwie random hatte ich mir New York vorgestellt.  Aber auch wenn ihr mit eurem Fahrer nicht so viel Glück haben solltet, ist für Unterhaltung gesorgt. Die Autos sind grundsätzlich mit fest verbauten Tablets ausgestattet, die den Kunden den aktuellen GPS-Standpunkt präsentieren und ihnen mit den aktuellen News oder diversen Spielen die Zeit vertreiben. Auch ein Kreditkartenleser ist eingebaut, falls ihr kein Bargeld zur Hand habt. Die Strecke vom JFK-Flughafen nach Manhattan kostet pauschal 45 $ – berechnet aber auch immer das in den USA übliche Trinkgeld von ca. 15 % des Betrags mit ein. Alles andere gilt hier als unhöflich!

Neben einigen Fahrten mit dem Taxi nutzten wir aber vor allem die Subway. Gerade in der Innenstadt ist diese Wahl auch die sinnvollste: Mit dem Auto kommt ihr nur im Schneckentempo voran! NYC ist bekannt für sein hervorragendes U-Bahn-Netz. Die Bahnen fahren grundsätzlich alle 3 – 5 Minuten und jede der unzähligen Linien hat hier ein eigenes Gleis, Verfahren ist fast unmöglich! Die Legende, nachts Bahn fahren sei in New York gefährlich, hält sich hartnäckig. Ich halte das jedoch für Schwachsinn. Wir hatten hier genau zwei zwischenmenschliche Begegnungen. Bei der ersten handelte es sich um eine deutsch-jüdische Auswandererin, die mit ihren 80 Jahren bewundernswert modisch gekleidet war und sich tierisch freute, sich mit uns auf ihrer Muttersprache zu unterhalten. Ein paar Tage danach fragten wir einen jungen Mann nach dem Weg, der uns sofort freundlich weiterhalf. Wenn ihr zuhause auch Angst habt, abends mit der Bahn zu fahren, solltet ihr es in NY nicht unbedingt probieren. Grundsätzlich sehe ich dabei aber keine größere Gefahr als zum Beispiel in Zürich oder Berlin. Wen ihr euch für die Subway entscheidet, lohnt sich ein Wochenticket, das rund 30 $ kostet. Ihr erhaltet es an allen Ticketautomaten.

New York

Die Unterkunft

Ich erzähle euch wahrscheinlich keine bahnbrechende Neuigkeit, wenn ich sage: New York ist teuer! Ein Zimmer in der City gibt es ab rund 300 $ die Nacht. Checkt in solchen Fällen aber vorher, ob hier ein Gemeinschaftsschlafsaal oder -bad auf euch wartet. Aus diesem Grund beschlossen wir, wie auch schon in Zürich und Wien eine Unterkunft über airBnB zu buchen. Die Angebote für New York sind schier unendlich – von einem Privatzimmer in Manhattan bis zur Villa auf Long Island ist alles geboten. Da wir uns für unseren Aufenthalt eine eigene Wohnung wünschten, wählten wir ein bescheideneres Apartment in Astoria. Der Stadtteil gehört zu Queens und ich musste nicht selten an Doug und Carrie denken, als ich die Straßen entlang schlenderte. Das ganze kostete uns bloß 100 $ pro Nacht inklusive eigener Küche. Wenn ihr günstig wohnen wollt und dennoch schnell auf Manhattan sein möchtet (mit der U-Bahn dauerte das 15 Minuten), sind die äußeren Stadtteile wie Queens oder Brooklyn genau richtig. Bis zur Haltestelle dauerte es von unserer Wohnung aus nur rund 5 Minuten. Die Steinway Street bietet zudem viele eigene Geschäfte (z.B. auch einen Victoria’s Secret) und Lokale, in denen ihr einkehren könnt, wenn es euch nach einem langen Tag nicht mehr in die Stadt zieht. 

Was es dort alles zu erleben gibt, erfahrt ihr demnächst!

 

Bis bald

Sina

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