Wenn der Gerichtsvollzieher zwei Mal klingelt

Die Geschichte beginnt im Jahr 2011. Ein Fluggast freute sich auf seinen Urlaub in Kuba. Die Koffer sind gepackt, der Urlauber steht am Flughafen, doch die Maschine hatte über 20 Stunden Verspätung. Was tun? Natürlich Schadensersatz fordern.

Was ist passiert?

Gesagt getan: Der Fluggast forderte nach seiner Reise Schadensersatz von der Condor nach dem europäischen Fluggastrecht in Höhe von 600 Euro. Fünf Jahre später, aber noch keinen Cent reicher, platze dem Urlauber letzte Woche der Kragen. Er wendete sich an das Fluggastrecht-Portal Flightright. Dann ging es alles ganz schnell. Das Portal erwirkte einen vollstreckbaren Titel gegenüber Condor und beauftrage sogleich einen Gerichtsvollzieher. Dieser stand letzte Woche am Flughafen in Salzburg und verlange Zutritt zum Rollfeld. Begründung? Er müsse eine Maschine der Condor Tochter Thomas Cook pfänden; geschätzter Wert: ein hoher zweistelliger Millionenbetrag. Rechtlich ist dieses Vorgehen voll und ganz legitim. Denn die Pfändung soll als Sicherheit dienen, damit der Betrag ausbezahlt werden kann. Da der Gerichtsvollzieher kein Büro der Condor in der Nähe hat, blieb ihm nichts anderes übrig, als ein Flugzeug zu pfänden.

Wie hat Condor reagiert?

Als Condor mitbekam, dass der Gerichtsvollzieher schon geklopft hatte, zahlten sie die 600 Euro umgehend, konnten so die Pfändung und damit eine erneute Verspätung verhindern 😉
Condor hielt sich in der Antwort an die Presse recht kurz: „Der Kunde hatte ohne Zweifel diesen Anspruch. Als wir davon erfahren haben, haben wir sofort gezahlt“ Was lehrt uns das? Lieber sofort den Deckel in der Kneipe zahlen, sonst wird das Auto gepfändet!

Bis nächsten Freitag,
Sina

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