Schwanger in den Urlaub

Urlaubsblog

Eine Schwangerschaft eröffnet eine komplett neue Welt: Babymöbel, Babykleidung und allen voran der Körper, der sich komplett verändert. Kein Wunder also, dass sich viele Frauen vor der Geburt noch einen entspannten Urlaub wünschen. Doch wenn man schwanger in den Urlaub will, gibt es unzählige Meinungen. Da meine Frau gerade selbst schwanger ist, habe ich mich mit dem Thema ausgiebig beschäftigt.

Darf ich Schwanger fliegen?

Hierzu haben wir unglaublich viele Meinungen gehört. Von „Auf keinen Fall“ bis hin zu „Mach das, wobei du dich wohl fühlst“ war alles dabei.
Ich versuche heute mit diesen Mythen aufzuräumen.

Eine Schweizer Professorin hat mehrere Schwangere auf Flugreisen geschickt und dabei sowohl die Werte der Mutter als auch des Ungeborenen überwacht. Das Ergebnis:  keine gefährlichen Veränderungen  der Babys im Bauch.
Auch der Mythos, man solle in den ersten drei Monaten nicht fliegen, da die kosmische Strahlung dem Kind schaden könne, konnte im selben Versuch widerlegt werden. Zwar ist es tatsächlich so, dass sich die Strahlenbelastung beim Fliegen um 50% erhöht – jedoch nur dann, wenn man täglich mit dem Flugzeug unterwegs wäre. Hinzu kommt, dass die kosmische Strahlung am Boden je nach Bedingungen sogar höher sein kann als in der Luft.

Muss ich trotzdem auf etwas achten?

Das Fliegen in der Schwangerschaft ist also mehr oder weniger ungefährlich, dennoch gibt es Dinge, auf die ihr vor dem Abheben achten solltet. Sie sind nicht immer gefährlich für das Kind, können aber Probleme zur Folge haben:

Thrombose

Viele Menschen haben vor allem auf Langstreckenflügen Angst vor Thrombose. Besonders in der Schwangerschaft ist dieses Risiko erhöht: Der Körper verändert sich, die Wassereinlagerungen nehmen zu und das Risiko zur Thrombose steigt an. Muss man sich also doch Sorgen machen? Insbesondere dann, wenn ihr schon Probleme mit Thrombose gehabt habt, sollte eine Flugreise nur in enger Absprache mit dem Arzt stattfinden.
Wart ihr bisher noch nicht betroffen, zieht euch vor dem Flug  Kompressionsstrümpfe (der Klasse 2) an, bewegt euch immer mal wieder durch den Flieger und wechselt die Sitzposition. Fliegt ihr länger als fünf Stunden, dann sprecht euren Hausarzt darauf an.

 

Risikoschwangerschaft

Während einer Risikoschwangerschaft solltet ihr das Fliegen unterlassen.

Flugangst in der Schwangerschaft

Habt ihr Flugangst, solltet ihr das Fliegen auch sein lassen. Ohne Medikamente beziehungsweise Beruhigungsmittel wird der Flug für euch und das Baby zum puren Stress. Die Medikamente zu eurer Beruhigung wiederum sind nicht gut für das Kind. Wenn ihr dem Flug irgendwie aus dem Weg gehen könnt, tut es für euch und euren Nachwuchs.

Nehmen Fluggesellschaften Schwangere mit?

Hier gibt es ein ganz klares Ja! Mittlerweile hält sich jede Fluggesellschaft an die Richtlinien der IATA. Die besagt, dass Schwangere bis zur 28 SSW ohne Attest befördert werden. Ab der 28. bis zur 36 Woche. benötigt ihr von eurere Hebamme oder der Frauenärztin ein Attest zu eurem allgemeinen Gesundheitszustand.
Nach der 36. Woche befördert euch aktuell nur noch die Lufthansa bis zur 40. Woche mit einem ärztlichen Attest.

Schwanger auf ein Kreuzfahrtschiff?

Erstaunlicherweise sind Reedereien restriktiver als Fluggesellschaften. Auch wenn man nirgends, gut ersichtlich, die Hinweise dazu findet: Ab der 24. SSW untersagen die meisten Reedereien die Teilnahme an einer Kreuzfahrt. Die Ausnahme bildet hierbei MSC, sie nehmen euch bis zur 28. SSW mit.

Die Gründe sind jedoch leicht nachvollziehbar: Anders als bei einer Flugreise verbringt ihr eine lange Zeit auf dem Schiff und durch die Veränderung eures Körpers kann auch die seetauglichste Piratin zum Landei werden. Die meisten Mittel gegen Seekrankheit dürfen Schwangeren jedoch nicht gegeben werden, ihr müsstet also die gesamte Kreuzfahrt als Seekranke überstehen. Das will sowohl die Reederei als auch ihr nicht!

Außerdem gibt es an Bord meist nur einen Allgemeinmediziner. Dieser kann euch bei gewöhnlichen Erkrankungen helfen, ist jedoch nicht dafür ausgebildet, einen Ultraschall (zum Beispiel bei einem Sturz) durchzuführen, geschweige denn euer Kind adäquat zu behandeln, wenn es zu einer Frühgeburt kommen sollte.
Wollt ihr trotzdem unbedingt an einer Kreuzfahrt teilnehmen, redet mit eurer Frauenärztin, womöglich kann sie euch helfen.

Urlaubsziele für Schwangere

Für die Unentschlossenen unter euch haben wir einige Reiseziele für Schwangere zusammengestellt:

Strandurlaub für Schwangere

Euer Urlaubsziel: Mallorca! Viele stört es, und gerade das ist in der Schwangerschaft womöglich von Vorteil: Man findet auf der Insel immer jemanden, der Deutsch spricht. Das ist besonders dann praktisch, wenn man unerwartete Beschwerden bekommt und zur Kontrolle ins Krankenhaus möchte.




Wanderurlaub für Schwangere

Euer Urlaubsziel: Egal ob die Kanaren, die Schweiz, Österreich oder Italien. Hier findet ihr überall eine gute Kombination vor: Europäischer Standard bei der Gesundheitsversorgung, Hotels für jeden Geldbeutel und Essen, das euer Magen gewohnt ist. Denn glaubt mir liebe Männer: Für eure Frau ist nichts schlimmer, als ratlos vor dem Buffet zu stehen! Außerdem ein guter Nebeneffekt vom Wandern: Ihr seid an der frischen Luft, in der Natur und bewegt euch!

 

Städtetrip für Schwangere

Euer Urlaubsziel: Jede Stadt in den USA! Nutzt die Chance. Nirgends auf der Welt wird eine Schwangere so sehr mit Samthandschuhen angefasst wie in den USA.
Egal ob in einer Metropole, auf dem Land oder im Freizeitpark: Wenn Amerikaner mitbekommen, dass ihr schwanger seid, habt ihr einen Sonderstatus inne und es wird besonders Acht auf euch gegeben.
Ist die Reise in die USA nichts für euch, dann achtet unbedingt darauf, dass das ÖPNV-Netz sehr gut ausgebaut ist. Schließlich wollt ihr keine langen Fußmärsche ertragen müssen, weil die nächste Bahn- oder Bushaltestelle weit weg ist.


Ich hoffe, wir konnten euch einen guten Überblick verschaffen. Außerdem haben wir euch eine Checkliste für Schwangere erstellt, die euch die wichtigsten Dinge nochmal aufzeigt.

 

Bis Bald

Euer Burri

 

Diese Angaben sind ohne Gewähr. Ich haben sie nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert.
Eine Abklärung mit eurer Frauenärztin oder der Hebamme ist natürlich vor Antritt eurer Reise immer zu empfehlen.

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